Meine hochverehrte und geliebte Susanne!
In meinen letzten Briefen ist es mir, obwohl verzweifelt versucht, nicht gelungen, Dir meiner lodernden Liebesfackel in einsamer Nacht, das Herz, das wie ich hoffe, einst nur noch für mich schlagen wird, mit der Glut zu erfüllen, in der ich röste, seit ich Dein rosiges Antlitz zum ersten Mal erblickte. Nur meiner Hand gelang es, sich dem kühlen Papier zu nähern, das vor dem ewigen Brand schützt, in dem mein restlicher Körper ruht.
Susanne - warum antwortest Du nicht?
Du weißt, ich würde für Dich zum Äußersten gehen, mein liebriger Geist hat sich in Deine Schönheit verwandelt und frißt mich auf. Deine Schönheit ist ein durstiger Brunnen mit spitzen Zähnen und gewaltiger Tiefe - doch ich fürchte, dass er bald austrocknet, wenn nicht bald die Leere zerbirst. Susanne - ich will dieser Berster sein! Ein Borstenberster, der vom Brunnenrand das trockne Moos reißt, das sich bereits über seinen Rücken zieht und dem blanken Fels das Licht raubt.
Susanne - ich werde Dich mit Gedichten betürmen, die Du mit deinen Felsarmen lustig im Kreis werfen wirst, wie ein Jongleur brennende Keulen:
ich sehe in deine fundamentalen augen,
die sich tief in meine seele schrauben.
glücklich fühle ich das beben,
ein feines alviolenweben
zwölf finger in mir streben
ach susanne - du bist meine lanze,
mit der ich schwarze häute stanze.
ich will von oben
durch deinen enddarm toben
mit sterz verwoben
ich lächle in dein weiches gesicht,
auf täubchenzwitschern lacherpicht.
die wärme, die mich dort empfängt
dauerhaft, auch wenn erhängt
über mich die lust verhängt.
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